Sprungziele
Seiteninhalt

Chronik

Eine Dorfschule entsteht

2000: Erste Kontakte zwischen dem Gymnasium in Löhne und Ghana: Der Lehrer Horst Lohmann und seine Frau treffen auf ihrer Reise durch Ghana und Burkina Faso die ehemalige SGL-Schülerin Ariane Dorn, die an der Waldorf-Schule in Kumasi ein mehrmonatiges Praktikum ableistet. Dort lernen sie auch den Lehrer Elias Williams kennen, der im April 2003 Löhne besuchen wird. In dem Dorf Mbem überreicht Herr Lohmann Geschenke der Löhner Familie Ernst Nolting für deren World-Vision-Patenkind Rita Marfo.

2001: Der ehemalige Grundschullehrer und Vertreter der Schulaufsichtsbehörde, Mr. John Afful, gründet nach seiner Pensionierung im Dorf Mbem eine Privatschule, die den Namen "Brace International School" erhält ("Brace" im Gedenken an seine Mutter; "International" für anspruchsvollen Unterricht). Das Dorf Mbem liegt fünf Breitengrade nördlich des Äquators, 25 km von der ghanaischen Goldküste und Cape Coast entfernt, mitten im tropischen Regenwald. Mr. Afful ist der Auffassung, dass Kinder in ländlichen Gebieten mit gleichem Erfolg lernen wie ihre Altersgenossen in der Stadt, wenn man ihnen nur die Möglichkeit dazu gibt.

2002: Eine Schülergruppe des Gymnasiums Löhne besucht auf ihrer Studienreise durch Ghana und Togo auch das Patenkind Rita Marfo, die jetzt Schülerin der "Brace International School" ist. Der Unterricht findet unter einem nach allen Seiten offenen Holzgerüst statt, das mit Bambus und Elefantengras gedeckt ist. Als Aufbauhilfe werden 200 Euro überreicht, die von den Löhner Landfrauen gespendet wurden. In den darauffolgenden drei Jahren organisiert Herr Lohmann mit seinen Schülern mehrere Spendenaktionen. Mit den Einnahmen werden fünf Klassenräume, ein regendichtes Wellblechdach und Schulmobiliar finanziert

2005: Ein Projekttag am SGL ("Afrika-Tag") verläuft erfolgreich und das SGL entscheidet sich, das ge-samte Spendengeld dem weiteren Aufbau der Schule in Mbem zur Verfügung zu stellen. Damit kann die Schule auf acht Klassenzimmer erweitert werden. Es werden ein Lehrerzimmer, ein Vordach zum Schutz vor tropischen Regenfällen und eine Toilette errichtet. Die Klassenräume erhalten Türen und Fenster.Herr Lohmann, Frau Strakeljahn und Frau Linke überbringen einen Teil des Spendengeldes vom Afrika-Tag für den Erweiterungsbau. Es entstehen erste persönliche Kontakte zu den Kollegen, Eltern und Schülern.

2006: Die ehemalige SGL- Schülerin Anna Nolting (verh. Gößling) absolviert ein Praktikum am Hospital in Cape Coast auf Vermittlung von Familie Afful.Herr Lohmann und seine Frau folgen einer Einladung zur Hochzeit der Kollegin Dora. Im Jahr der WM in Deutschland überreichen sie der Fußballmannschaft unserer Partnerschule u.a. zwei Fußbälle mit WM-Emblem.Simone Gieselmann, ehemalige SGL-Schülerin, überbringt Geld für Schulbücher, insbesondere für die Anschaffung von Atlanten (Spende von Jg. Abi 06).

2007: Frau Hartmann, Frau Zöckler und Frau Linke fahren nach Ghana. Frau Hartmann nimmt den Erlös aus dem Verkauf der Zeitung "Kinder in aller Welt" für Schulmöbel mit. 500 Euro werden für die Anschaffung weiterer Bücher und Schulmaterialien zur Verfügung gestellt. Das SGL nimmt das Projekt in sein Schulprogramm auf und es erfolgt eine Anbindung an den Förderverein.Der ehemalige SGL-Schüler Thorsten Honroth und seine Freundin Merle Finke absolvieren ein pädagogisches Praktikum am Elitecollege "Adisadel" in Cape Coast und unterrichten auch in Mbem.

2008: Die Schule kann in diesem Jahr erstmalig den JHS 3 (Junior High School) Abschluss anbieten. Besonderes Augenmerk gilt der Unterstützung bedürftiger Familien, denen das Schulgeld erlassen wird und der Aufbesserung des Gehaltes der Lehrer. Lehrer des SGL spenden für ihre Kollegen in Mbem. Einige Klassen und Kurse führen Sammelaktionen durch.In Mbem kann eine Musik und Tanzgruppe gegründet werden, die die Schule nun bei besonderen Anlässen repräsentiert."(D)ein Tag für Ghana" der SV wird ein überwältigender Erfolg. Unsere Schüler erarbeiten die unerwartet hohe Spendensumme von mehr als 14.000 Euro. Darin enthalten sind auch 1.700 Euro der Jahrgangsstufe 13 (Jg. Abi 08).

2009: Simone Gieselmann reist im Frühjahr erneut nach Ghana und überbringt in Mbem Geld für Com-puter, Drucker und einen Fotoapparat.Die Schule wird an das Stromnetz angeschlossen. Neue Medien können nun erstmals in das Dorf Einzug halten. Geld für Bücher und Möbel wird bereitgestellt. Wieder können dringende humanitäre Anliegen erfüllt werden. Der Traum, die Schule um einen weiteren Gebäudetrakt mit Klassenräumen, einer Bibliothek und einer Schulküche zu erweitern, rückt in greifbare Nähe. Gründliche Planungen werden notwendig, um das von unseren Schülern erarbeitete Geld nachhaltig und verantwortungsvoll zu investieren:- das genaue Vermessen und die Sichtung des Schulgrundstückes sowie - - - die Klärung der Besitzverhältnisse - die Diskussion über die Größe, Anzahl und Nutzung der Räume - Zeichnungen und Kostenvoranschläge- der Kauf von Orangenbäumen, die ein Bauer auf dem Schulgrundstück besaß (Welcher Preis pro Baum ist angemessen?)- die Ausarbeitung eines Partnerschaftsvertrages, in dem sowohl der "Geist" unserer Partnerschaft als auch die Rechte und Pflichten beider Seiten festgelegt werden- die Festlegung der Aufgaben der Bausupervision.Im Juli 2009 reisen Herr Lohmann, Frau Linke und Frau Zacharia nach Mbem, um sich vor Ort ein Bild vom Stand der Planungen zu machen und Verhandlungen durchzuführen. 200 Euro Schulgeld der Klasse 5c und eine Mappe mit persönlichen Briefen an die Klasse 5 in Mbem haben sie u.a. im Gepäck.Frau Albani unternimmt im Herbst ebenfalls eine Reise mit vier Freundinnen nach Ghana und besucht dabei auch die Schule in Mbem.

2010: Die Schule feiert ihr 10jähriges Schuljubiläum u.a. mit Ausflügen in die Nachbardörfer und Dan-kesgottesdiensten. Das SGL-Kollegium steuert die gewünschten Mikrofone und Verstärker zu den Feierlichkeiten bei.Die Bauarbeiten beginnen und Spielgeräte für die Kleinsten werden angeschafft und auf dem Schulgrundstück aufgestellt.

2011: Wir schmieden Pläne für das erste fließende Wasser in Mbem und können weitere Raten für den Neubau, Schulgeld für bedürftige Familien und ein verspätetes Weihnachtsgeschenk für die Kollegen nach Mbem schicken. Die Spende des Abijahrgangs 2011 fließt in die Anschaffung neuer Schulmöbel und das Dach für den Lehrertrakt. Preissteigerungen und Veränderungen der Pläne veranlassen uns, einen neuen, unabhängigen Kostenvoranschlag für den Weiterbau einzuholen.

2012: Frau Linke und Frau Hanko reisen in den Osterferien nach Ghana. Verschiedene Spenden ermöglichen es, nun auch mit konkreten Planungen und dem Bau der Kantine zu beginnen. Wir informieren uns eingehend über die Voraussetzungen, fließendes Wasser auf dem Grundstück der Schule, die auf einem Hügel liegt, zu erhalten. Die Gruppe der Soroptimist International, Abteilung Bad Oeynhausen/ Wittekindsland nimmt Kontakt auf mit der Queen Mother of Mbem und eine Frauengruppe gründet sich in Ghana.Am SGL bereiten viele Schüler, besonders die Ghana-AG , Lehrer und Eltern die Reise vor. Nach der Reise beginnen wir mit den Planungen für einen zweiten Tag für Ghana an unserer Schule, der am 23.05.2013 stattfinden soll. Wir verschiffen 10 ausrangierte, aber funktionstüchtige Computer aus unserem Informatikraum und kümmern uns um weitere Spenden für Schulgeld in Ghana, besonders durch die Aktion Ebay-Versteigerung für Ghana von Frau Niemeyer-Simon. Herr Dorn, Vater einer ehemaligen Schülerin besucht auf seiner Ghanareise zweimal auch Mbem und berichtet über seine Aufenthalte in Ghana  in unserer Schule nach seiner Rückkehr.

2013: SchülerInnen, Eltern und LehrerInnen bereiten den Ghana-Tag am SGL vor und führen ihn mit großem Erfolg am 23.05. durch. Die 5. und 6. Klassen geben beim Sponsorenlauf alles und haben anschließend viel Spaß bei Sportspielen. Gestärkt durch Brötchen- und Getränke-spenden aus Löhne, die die Eltern fürsorglich verteilen, werden sie unter Anleitung der SV mit afrikanischen Motiven in der Kunstwerkstatt  kreativ und üben den ghanaischen Party- und Jugendtanz „Azonto“ ein. Der abschließende Azonto-Tanz-Flashmob in der Turnhalle stellt unter Beweis, dass gute Taten viel Spaß machen können! Alle anderen Jahrgänge mit Ausnahme der Abiturklassen gehen einer Arbeit außerhalb der Schule nach und spenden ihren Lohn: wir können einen überwältigenden Spendenerfolg von 20.000 Euro verbuchen.Bei dem Schulfest zur Amtseinführung unserer neuen Schulleiterin Frau Backheuer begeistern die Gäste vom Kasapa-Centre aus Ghana die Schulgemeinde mit Musik- und Tanzdarbietungen und Workshops.Nun schließt sich die Diskussion über die bestmögliche Verwendung der Gelder an. Wir verglei-chen Kostenvoranschläge und informieren uns z.B. über die Frage, wie wir mithelfen können, das Wasserproblem an der Schule zu lösen.

2014: Ein neues Jahr der Entscheidungen steht an. Vor besondere Probleme werden wir bei der Vergabe des Auftrages für die Bohrung nach Wasser gestellt. Wir hätten nicht gedacht, dass die Lage der Schule auf einem Hügel so viele Schwierigkeiten in den Weg legen würde. Allerdings freuen wir uns sehr, dass eine neue Kantine schon fertiggestellt und eingeweiht wurde. Auf den dringenden Wunsch unserer Partner wird auch der Lehretrakt weitergebaut, ebenso ein Schritt zur nachhaltigen Verwendung unserer Spendengelder, denn damit kann sich lebendiges Schulleben auf dem Schulgelände entwickeln.

Seite zurück Nach oben